Ihr Kinderlein kommet








Der Tag, der Mona Korthaas‘ Leben ändern sollte, hatte wie alle Tage mit einem gemütlichen Frühstück begonnen. Es war der vierundzwanzigste Dezember, und sie hatte nachdenklich auf die vier brennenden Kerzen des Adventskranzes gesehen und gewusst, dass auch dieses Weihnachten wieder enttäuschend sein würde – wie jedes Jahr. Und wie in jedem Jahr hatte sie sich auch diesmal wieder den teuersten Wein andrehen lassen und zuviel davon bestellt, ohne auch nur den Versuch gemacht zu haben, den Preis ein wenig runterzuhandeln.
Weihnachten wurde immer kostspieliger. Ihre Großeltern hatten sich noch über Nüsse und Pfefferkuchen gefreut, ihre Eltern über Geschirr, Töpfe und Wäsche zur Vervollständigung der Aussteuer, und sie selbst war glücklich gewesen über Pullover, Mützen oder Schals – aber heutzutage hatte es ja gleich etwas ganz Individuelles zu sein, bloß nichts Praktisches; schließlich mussten alle Weihnachtsgaben als Liebesbeweis dienen – und was war an Liebe schon praktisch? Nichts. Da konnte man ihr erzählen, was man wollte.




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